Die Geschäftsführerin der G&G Pflegedienst GmbH, Marion Gnidtke und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Erste Beigeordnete der Gemeinde Ahnatal, Ewald Griesel, hatten allen Grund, sich zu freuen, als in der vergangenen Woche Staatssekretärin Petra Müller-Klepper vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit in Ahnatal erschien und einen Bewilligungsbescheid des Landes Hessen über Fördermittel von 35.000 EUR für die neue Tagespflegeeinrichtung des G&G Pflegedienst GmbH mitbrachte.
Die G&G Pflegedienst GmbH, die seit neun Jahren rund 90 Seniorinnen und Senioren in Ahnatal und den Nachbargemeinden ambulant versorgt, hat jetzt in den angemieteten Räumen des Weißen Kreuzes eine Tagespflegeeinrichtung mit 15 Plätzen eingerichtet, in der bereits elf ältere Bürgerinnen und Bürger aus Ahnatal betreut werden. Betreut werden die Seniorinnen und Senioren durch Pflegedienstleiterin Claudia Geisser-Mentel mit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Bei der Überreichung des Bewilligungsbescheids über 35.000 EUR sagte Staatssekretärin Petra Müller-Klepper, in Hessen wachse die Zahl der Tagespflegeeinrichtungen für Seniorinnen und Senioren. „Es gibt mittlerweile 90 entsprechende Angebote mit 1.265 Plätzen. Allein innerhalb des letzten Jahres sind zehn neue Einrichtungen entstanden“, erklärte Petra Müller-Klepper.
Die teilstationären Angebote der Tagespflege sind nach den Worten der Sozialpolitikerin „eine Medaille mit zwei guten Seiten“. Den Pflegebedürftigen werde der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit ermöglicht. Zugleich würden durch die Betreuung über den Tag hinweg die pflegenden Angehörigen unterstützt und entlastet. Wenn Pflegebedürftigkeit eintrete, gelte der Grundsatz „ambulant vor stationär“. „Pflegebedürftige in Hessen werden heute in 75 Prozent der Fälle von ihren Angehörigen oder Freunden versorgt. Damit liegt unser Bundesland im Ländervergleich an der Spitze. Diese großartige humanitäre Leistung, die von den Familien erbracht wird, müssen wir uns immer wieder vor Augen führen“, unterstrich Petra Müller-Klepper. Wenn die Pflegebedürftigkeit eine stationäre Versorgung unabdingbar mache, seien wohnortnahe kleinere Einheiten wünschenswert. „Vollstationäre Altenpflegeeinrichtungen , die auf die Langzeitpflege ausgerichtet sind, sind wichtig Bausteine einer funktionierenden Versorgungsstruktur“. Das Land komme seiner Verantwortung für die Erhaltung einer leistungsfähigen, modernen Versorgungsstruktur durch ein Investionsförderungsprogramm für Pflegeeinrichtungen nach, in dessen Rahmen jährlich 30,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt würden.
Ein Föderschwerpunkt sei die Schaffung von Tagespflegeeinrichtungen wie die in Ahnatal. Die Förderung neidrigschwelliger Angebote, die das Verbleiben in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen, sei ein wichtiger Bestandteil der hessischen Seniorenpolitik. Die Förderung der Ahnataler Tagespflegeeinrichtung war sehr schnell erfolgt. Erste Kontakte hatte es im Februar 2010 gegeben. Im März war der Antrag gestellt worden und beim Hessentag hatte es ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Aufenanger gegeben. Im Namen der Gemeinde Ahnatal dankte Erster Beigeordneter Ewald Griesel für die Bewilligung der Landesmittel.
Die Seniorinnen und Senioren, die die Tagespflege betreut, werden morgens um acht Uhr mit dem Kleinbus von ihren Wohnungen abgeholt und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Betreut werden sie durch Pflegekräfte, Krankenschwestern, einen Ergotherpeuten und eine Sozialpädagogin. Auf dem Programm stehen auch Ausflüge und Gedächtnistraining. Besonders kümmert man sich auch um Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Entspannen können sich die älteren Menschen in einem speziellen Ruheraum. Entlastet werden sollen durch das Angebot der Tagespflege pflegende Angehörige. Die Tagespflege wird für Senioren mit Pflegestufe durch einen Zuschlag auf den Pflegesatz finanziert. Sie müssen einen Beitrag von 18 Euro pro Tag selber zahlen.